Reiseübelkeit: Ein schlechter Start in den Urlaub
Wer im Flieger, auf der Fähre oder bei der Autofahrt mit Übelkeit zu kämpfen hat, der erlebt einen schlechten Start in den Urlaub. Reisekrankheit (Kinetose) auch als ‚motion sickness‘ bekannt, ist jedoch keine Krankheit im eigentlichen Sinne, sondern eine Reaktion unseres Körpers auf widersprüchliche Bewegungsreize. Es fehlt sozusagen eine Übereinstimmung zwischen der wahrgenommen und der tatsächlichen Bewegung. In unserem Gehirn löst das einen Verarbeitungskonflikt aus, der den Gleichgewichtssinn durcheinanderbringt.
Wer ist betroffen?
Die Kinetose ist weit verbreitetet. Ob und wie stark jemand erkrankt, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Frauen deutlich häufiger betroffen sind als Männer. Menschen, die unter Migräneanfällen leiden, zeigen ebenfalls eine erhöhte Anfälligkeit.
Auch das Alter spielt eine Rolle. Während Babys sehr selten Symptome entwickeln, leiden Kinder und Jugendliche besonders häufig unter der Reisekrankheit. Nach dem 50. Lebensjahr kommt Reiseübelkeit nur mehr selten vor.
Was sind Symptome der Reisekrankheit?
Bei der Reisekrankheit lassen sich verschiedene Schweregrade unterscheiden. Symptome können sowohl vor als auch während oder nach einer Reise auftreten. Dazu zählen häufig:
• Übelkeit
• Erbrechen
• Schwindel
• Kopfschmerzen
• Schweißausbruch
• Müdigkeit
Was hilft gegen die Reisekrankheit?
Im ersten Schritt bieten sich pflanzliche Alternativen wie Ingwer bzw. Ingwer-Präparate oder Pfefferminze – beispielsweise als Tee – an.
Sollten diese Hausmittel jedoch nicht helfen, gibt es in der Apotheke eine Auswahl an Produkten, die sowohl vorbeugend, als auch zur Behandlung eingenommen werden können.
Ein seit Langem bewährter Wirkstoff gegen Reisekrankheit ist Dimenhydrinat.
Er blockiert Nervenschaltungen, also Impulse, die vom Gleichgewichtsorgan im Innenohr zum Brechzentrum weiterleiten werden. So können typische Symptome der Reisekrankheit wie Schwindel, Übelkeit und Erbrechen unterdrückt bzw. gemildert werden.
Da es oft schwierig ist eine Tablette zu schlucken, wenn man bereits unter einem Brechreiz leidet, empfehlen sich Tabletten, die sich ohne Wasser einnehmen lassen. Diese werden einfach unter der Zunge aufgelöst. Die erste Tablette sollte 30-60 Minuten vor Reiseantritt genommen werden.
Diese 5 Tipps sind leicht umzusetzen und können bei Reiseübelkeit helfen:
- Die richtige Platzwahl
Im Zug oder Bus in Fahrtrichtung sitzen und im Auto den Beifahrersitz statt der Rückbank wählen. Im Bus sollte man möglichst weit vorne sitzen und im Flugzeug sowie am Schiff ist ein Platz in der Mitte ideal. Hilfreich ist es auch während der Fahrt einen bestimmten Punkt in der Ferne zu fixieren. - Schlafen
Am Tag vor der Abreise möglichst früh schlafen gehen und auch während der Reise versuchen zu schlafen oder einfach die Augen schließen. So kann sich der Körper erholen und wenn die Augen geschlossen sind, ist auch der Gleichgewichtssinn nicht so beansprucht. - Genug trinken und leichte Kost
Empfehlenswert sind leicht verdauliche Speisen wie Obst oder Zwieback und kohlensäurearme Getränke wie Wasser oder Tee. Auf schwere, fettige Kost und Alkohol sollte besser verzichtet werden. - Besser nicht lesen
Wenn man während der Reise ein Buch liest, fördert dies oft noch zusätzlich die Reiseübelkeit. Eine gute Alternative sind Hörbücher, Podcasts oder entspannende Musik. - Entspannen
Zwischendurch ein paar Entspannungsübungen machen. Bei Autofahrten regelmäßige Pausen einlegen und sich an der frischen Luft bewegen.